Hochschulen horten 75 Millionen Euro aus Studiengebühren auf Uni-Konten
Anlässlich
der Großen Anfrage „Hochschulzugang und Bildungschancen in Niedersachsen“ der
SPD-Landtagsfraktion musste die Landesregierung die Verwendung der
Studiengebühren durch die Hochschulen nun offenlegen. Geplant war eine erste
Evaluierung erst 2010.
„Die
vorgelegten Zahlen des Wissenschaftsministers bestätigen unsere schlimmsten
Befürchtungen. Die Hochschulen geben die Studiengebühren nicht für die
Verbesserung des Studiums und der Lehre aus, sondern horten das Geld auf ihren
Konten“, sagte Dr. Gabriele Andretta, hochschulpolitische Sprecherin und
stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion. Andretta führte aus,
dass die Rücklagen aller Hochschulen in Niedersachsen mit Stand 31.12.2008
insgesamt 75.627.638 Mio. Euro betragen. Allein die Leibniz-Universität
Hannover horte 14.227.087 Mio. Euro, die TU Braunschweig 9.101.931 Mio. Euro
und die Universität Göttingen (ohne Medizin) 7.556.341 Mio. Euro.
Im
Studienjahr 2007 (SS 2007 und WS 2007/2008) hätten die Hochschulen
Studiengebühren in Höhe von 92.372.000 Mio. Euro eingenommen, allerdings davon
nur 46.400.000 Mio. Euro ausgegeben. „Wenn die Hochschulen nur jeden zweiten
Euro für die Verbesserung von Studium und Lehre ausgeben, haben sie offenbar
keine sinnvolle Verwendung für das Geld aus Studiengebühren“, erklärte
Andretta.
„Die
Studierenden werden betrogen. Während viele neben dem Studium jobben oder sich
verschulden müssen, um die Studiengebühren zahlen zu können, wird Ihr Geld auf
Unikonten gehortet. Das ist ein bildungspolitischer Skandal“, so Andretta.
„Stratmann
ist mit seinen Studiengebühren gescheitert. Die einzige Konsequenz lautet: Die
Studiengebühren müssen sofort wieder abgeschafft werden“, forderte Andretta.
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