Die SPD-Landtagsfraktion unterstützt die Forderungen von Landesschülerrat und Sozialverband Deutschland nach Wiedereinführung der Lernmittelfreiheit und Abschaffung der Studiengebühren. Wer es ernst meint mit der Chancengleichheit, muss kostenlose Bildung für Kinder und junge Menschen ermöglichen. Die SPD-Fraktion wird sich weiter dafür einsetzen, dass die unsozialen Studiengebühren in Niedersachsen abgeschafft werden und Eltern für die Lernmittel ihrer Kinder zukünftig nichts bezahlen müssen.
Rund 80 Besucher sind der Einladung der Laatzener
Sozialdemokraten zur Diskussionsveranstaltung „Atlas, Füller, Mittagessen… wenn
das Einkommen für die Schule nicht reicht! im Rahmen der landesweiten Kampagne
„Eintrittskarte Zukunft“ gefolgt.
„Laatzen stellt freiwillig viele Hilfen für Schulen bereit,
die eigentlich zu Landesaufgaben zählen würden, wenn die Regierung Wulff es
ernst meinen würde mit Äußerungen, dass Kinder unsere Zukunft sind“, sagt Silke
Lesemann.Sie kritisiert damit, dass die Mittel für den im
letzten Jahr eingerichteten Sozialfonds an Schulen im Landeshaushalt gestrichen
worden sind. Damit stelle die Landesregierung im kommenden Jahr den
Ganztagsschulen kein Geld für eine warme Mittagsmahlzeit zur Verfügung. Ebenso
fehlt es an Unterstützung für Taschenrechner, Atlanten sowie eintägige
Klassenfahrten. „Außerdem müssen die landesweit eingerichteten
Ganztagsschulen "echte" Ganztagsschulen werden.“
Miersch sieht für die Zukunft Deutschlands drei große
Herausforderungen: umweltverträgliche Energieerzeugung, Konsolidierung der
sozialen Sicherungssysteme und als dritte Herausforderung Bildung: „Das Problem
sind die Forderungen insbesondere der CDU-Ministerpräsidenten in der
Föderalismusreform, das Bildung ausschließlich Ländersache ist. Damit ist es
verfassungswidrig, dass der Bund hilft. Wenn das so sein soll, dann müssen die
Länder aber auch die Taschen aufmachen. Es ist eine Schande, dass Kinder in
diesem Land in der Schule hungern müssen!“
Schulleiterin Birgit Geyer spricht in Sachen
Bildungsfinanzierung Klartext: „Es muss von allen Ebenen der Gesellschaft das
Mögliche getan werden, um Bildung zu finanzieren und zu organisieren. Bei der
Ökonomisierung der Bildung bleiben allzu oft die Folgekosten, wenn
Investitionen ausbleiben, außen vor“.
Einig sind sich alle Diskussionsteilnehmer auch im Punkt
Lernmittelfreiheit. „Die jetzige Landesregierung hat die von der SPD
eingeführte Lernmittelfreiheit abgeschafft, unser Ziel ist ganz klar:
Wiedereinführung der Lernmittelfreiheit! Dazu gehört selbstverständlich auch freies
Mittagessen für alle Schülerinnen und Schüler“, fordert Silke Lesemann.
Das Konzept ist erarbeitet, das Material steht zur Verfügung - jetzt geht es darum, dass der inhaltliche Rahmen der "Eintrittskarte Zukunft" mit Leben gefüllt wird. Nur dann kann es gelingen, das vorhandene Interesse der Niedersachsen an bildungspolitischen Themen in Formen politischer Beteiligung zu überführen - und politischen Profit aus der miserablen Anti-Bildungspolitik von CDU und FDP zu schlagen.
Kalkulierte Irrationalität: Die Bildungspolitik von CDU und FDP Der Unmut vor Ort ist groß: Selbst in konservativ geprägten Familien regiert das Unverständnis angesichts der gezielten Verhinderung von Gesamtschulen in der Fläche. Die Koppelung der Einrichtung einer Gesamtschule an die Voraussetzung der Fünfzügigkeit, ist absolut irrational. Sie benachteiligt bewusst den ländlichen Raum; bleibt zu fragen: Warum geht die CDU diesen Weg der Ausgrenzung? Glaubt sie, auf dem Lande den Limes gegen Gesamtschulen errichten zu können? Ist sie der Meinung, den Familien vor Ort ein besonders großes Geschenk damit zu machen, die Wahlfreiheit der Eltern zu beschneiden? An diesem Punkt verdeutlicht sich einmal mehr die Plausibilitätslücke der CDU/FDP-Politik: Denn argumentieren nicht beide bei jeder Gelegenheit pro Freiheit als Allheilmittel für gesellschaftliche Blessuren?
CDU und FDP machen Politik für sich, nicht für Niedersachsen
Der Staat soll die Finger weglassen, die Gemeinschaft soll sich bescheiden und nur eingreifen, wenn der Karren vor die Wand gesetzt ist - außer bei der Bildungspolitik: Hier gilt es für CDU und FDP das Rollen- und Milieuverständnis der 50er Jahre zu konservieren. Schließlich möchte man ja die eigene Pole-Position beim Wettbewerb um die beste Ausbildung nicht gefährden. Schließlich könnte die Konkurrenz ja aufholen - und den erworbenen Wohlstand gefährden! Dieses falsche Verständnis von Konkurrenz führt die Konservativen und Liberalen auch hier in Niedersachsen auf den Pfad falscher Politik, denn das Gesamtschulverhinderungsgesetz ist kein Instrument zur Zukunftssicherung. Neue Impulse in Wissenschaft und Forschung sind gefragt als Grundlage für eine innovative Wirtschaft. Für eine Wirtschaft, die sich nicht abhängig macht von maroden Immobilienmärkten und dem Wetten auf den nächsten Konzern-Kollaps. Dafür bracht man viele, viele kluge Köpfe. Eine kleine Elite kann das nicht schaffen, daher ist das Elite-Protektionsgesetz von CDU und FPD schädlich für Niedersachsen.
"Eintrittskarte Zukunft": Die Chance nutzen
Die Kampagne "Eintrittskarte Zukunft" bietet die Chance für zweierlei: Erstens kann und muss der skizzierte Plan der Landesregierung auf breiter Front angegriffen werden. Zweitens kann und muss das gute Alternativprogramm der Bildungspartei SPD öffentlich entfaltet werden. Die Gelegenheit darf nicht ungenutzt verstreichen. Denn die Zeit ist knapp für die meisten jungen Niedersachsen. Sie brauchen eine Bildungsreform so schnell wie möglich - und Niedersachsen auch!
Im Januar und Februar 2009 ist es wieder so weit: Studentinnen und
Studenten in Niedersachsen müssen sich für das Sommersemester
zurückmelden. Dann heißt es zahlen: 500 Euro Studiengebühren pro
Semester oder 1.000 Euro im Jahr. Dabei ist es noch gar nicht so lange
her, das Ministerpräsident Wulff versprochen hat: „Das Erststudium
bleibt in Niedersachsen gebührenfrei.“ Das Versprechen war also nichts
wert. Leidtragende sind wie immer die Studierenden.
Der SPD-Landesvorsitzende Garrelt Duin forderte nun im Rahmen des Landesparteirates von Ministerpräsident Wulff die sofortige
Abschaffung des „Gesamtschulverhinderungsgesetzes“ und die
Wiedereinführung eines gebührenfreien Erststudiums.
Ich bin überwältigt von so viel Höflichkeit! Lieber wäre es mir gewesen, wenn mir am konkreten Beispiel in verständli ... mehr