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Haste mal 1.000 Euro?

Im Januar und Februar 2009 ist es wieder so weit: Studentinnen und Studenten in Niedersachsen müssen sich für das Sommersemester zurückmelden. Dann heißt es zahlen: 500 Euro Studiengebühren pro Semester oder 1.000 Euro im Jahr. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, das Ministerpräsident Wulff versprochen hat: „Das Erststudium bleibt in Niedersachsen gebührenfrei.“ Das Versprechen war also nichts wert. Leidtragende sind wie immer die Studierenden.

Der SPD-Landesvorsitzende Garrelt Duin forderte nun im Rahmen des Landesparteirates von Ministerpräsident Wulff die sofortige Abschaffung des „Gesamtschulverhinderungsgesetzes“ und die Wiedereinführung eines gebührenfreien Erststudiums.

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Wollen wir nicht einfach mal die Polemik aus der nicht vorhandenen Argumentation nehmen? Das Hochschulinformationssystem (HIS) hat gerade aktuell in einer Studie, die sich jeder im Netz anschauen kann und die im Auftrag vom BMBF durchgeführt worden ist, dargelegt, dass Studiengebühren ein Entscheidungsfaktor bei der Aufnahme eines Studiums sind. Dies gilt insbesondere je geringer die Bildungsschicht der Eltern ist. Gleiches weißt auch die 18. Sozialerhebung des DSW nach.
Also stellt sich doch die ernst gemeinte Frage wem nutzen Studiengebühren?
Das Land hat den Vorteil seine Ausgaben in diesem Bereich (in Niedersachsen Einzelplan 6 des Landeshaushaltes) nicht erhöhen zu müssen. Beamer, Bücher, Tutoriate und vieles mehr bezahlt sich jetzt ja wie von allein. Aber es ist doch wohl nur schwer vermittelbar, warum für einen Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven 500 Millionen Euro investiert werden, für die Hinterlandanbindung dieses Hafens und des Hamburger Hafens knapp 10 Milliarden veranschlagt werden und vieles mehr, aber gleichzeitig die angehenden Ingenieure, Pädagogen, Rechtsanwälte, Ärzte usw. für ihr Studium selbst aufkommen müssen.
Also in diesem Sinne, keine Studiengebühren für niemanden.

@ TheFridge: So ein Kommentar kann wohl nur von jemandem kommen, der sein Studium (so er denn eins absolviert hat) von vorne bis hinten von Papi finanziert bekommen hat. Klar, wenn du willest, dass nur noch Menschen aus finanziell gut gestellten Familien studieren, dann sind Studiengebühren bestimmt in deinem Sinne.

Aber jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung! Doch unser dreigliedriges Schulsystem, die zu geringe Anzahl an verfügbaren Studienplätzen und VOR ALLEM AUCH DIE STUDIENGEBÜHREN halten nachweislich viele AbiturientInnen von einem Studium ab. Es darf nicht sein, dass einige nur durch eine Anhäufung von Schulden im fünfstelligen Bereich (und dazu am besten noch die Belastung, nebenbei arbeiten zu müssen) einen Hochschulabschluss erlangen können. Diesen Menschen zu sagen, sie sollen mit dem "Gejammere" aufhören, ist einfach nur unverschämt.

Ach ja, und wenn du sie so toll findest: Ich biete dir hiermit gerne an, meine Studiengebühren für mich zu bezahlen!

Aha diese doofen priviligierten Studierenden sollen sich mal mehr anstrengen und engagiert sein?
Diese Komentare sind ja wohl eine glatte Ohrfeige für jeden Studierenden, vor allem, wenn er sich auch noch gesellschaftlich engagiert (was Zeit kostet). Ich rate dem Herrn mal an eine Uni zu gehen und sich mit den Leuten zu unterhalten, die ihren Lebensunterhalt komplett bezahlen müssen, dann sich mit den Studienkrediten fröhlich verschulden sollen(nein das lernt nicht jeder, das Schulden machen ok ist), dabei noch in Regelstudienzeit bleiben sollen und ach ja..fast vergessen: ihr lieben Studenten, hört auf zu jammern und rennt nicht wegen jedem kleinen bisschen mehr Druck zu den psychosozialen Beratungsstellen der Uni, das macht den lieben Menschen die Statistiken für den Bachelor kaputt. Auf die zurück gehaltene Studie, dass die Gebühren natürlich Leute vom Studium abhalten, muss ich wohl nicht mehr verweisen. Ich wünsche eine fröhliche Karriere und Familienplanung

Ach, hört doch auf mit dem Gejammere! Ein Hochschulstudium rentiert sich auch mit Studiengebühren für die Studenten. Die 3.000 (Bachelor) bis 5.000 Euro (Bachelor und Master), die für ein Studium an Gebühren anfallen, haben doch die meisten bereits nach dem ersten Jahr in der Berufstätigkeit schon wieder reingeholt. Und schließlich gibt es ja die Möglichkeit, sich das Geld in der Zwischenzeit als Bildungskredit vorstrecken zu lassen, ohne Sicherheiten vorweisen zu müssen.

Also, liebe Genossen: Hört auf, den jungen Leuten einzureden, die Lage wäre ganz furchtbar. Ermuntert sie lieber sich anzustrengen und ihr Studium mit Engagement durchzuziehen.

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